Auswirkungen von Glykol auf thermische Solaranlagen

 

 

Glykolgemische, die einen Frostschutz bis -30 Grad bieten, haben bei 40°C eine 12 % geringere Wärmekapazität, die 3,8-fache Zähigkeit (Viskosität), eine 38% geringere Wärmeleitfähigkeit, nur ein Viertel der Reynoldzahl (weshalb diese Kollektoren überwiegend bei ungünstigerer, laminarer Strömung arbeiten müssen), einen 25% geringeren Wärmeübertragungskoeffizienten und einen um 42% (bei turbulenter Strömung) bis 385 % (bei laminarer Strömung) höheren Druckverlust als reines Wasser.

Zu tieferen Temperaturen hin werden die Verhältnisse für Glykolgemische immer ungünstiger.

Da die meisten Solaranlagen am Markt  (Flachkollektoren) mit Glykol arbeiten müssen, um im Winter nicht einzufrieren , werden diese Tatsachen von der Industrie sehr gerne verschwiegen.

Somit sollte man sich auch fragen, was die Zahlen der Kollektor Leistungstests ohne Frostschutzmittelkorrektur eigentlich wert sind.

Jeder kann sich selbst ganz schnell davon überzeugen, wie wesentlich die Unterschiede jedoch tatsächlich sind. Wenn man einmal einen beliebigen Plattenwärmetauscher mit den Auslegungsprogrammen der Hersteller (z. B. SWEP, Alfa Lavall, Gea WTT usw.) ausrechnet, wobei einmal Wasser gegen Wasser und zum Vergleich Wasser gegen Frostschutzmittel zu tauschen ist, stellt man fest, dass im Übergangsbereich zwischen laminarer und turbulenter Strömung mit Frostschutzmittel etwa die 3-fache Plattenanzahl notwendig ist, um das gleiche Wärmetauschergebnis zu erzielen.

Genau diese Strömungsverhältnisse herrschen aber auch in den Kollektoren. Mit Frostschutzmittel werden Kollektoren überwiegend laminar durchströmt, mit Wasser ist die Strömung überwiegend turbulent.

Nahezu alle Solarertrags-Simulationsprogramme ignorieren die physikalische Abbildung dieser Zusammenhänge durch Anwendung einfacherer Modelle vollständig.

Das geradezu regelmäßige Verfehlen der vorhergesagten Jahreserträge bei Solaranlagen mit Frostschutzmitteln, was man in der Literatur über Großanlagen am besten verfolgen kann, hat vermutlich hier eine systematische Ursache. Das Rechenergebnis ganz ohne Plattenwärmetauscher, wie bei der Volkssolaranlage und anderen Wassersystemen wie z.B der Paradigma AQUA , dürfte nicht mehr zu übertreffen sein.

 

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